Wenn das Spiel zur Last wird: Hilfe für Angehörige von Spielsüchtigen

06 Jan Wenn das Spiel zur Last wird: Hilfe für Angehörige von Spielsüchtigen

Einleitung: Warum dieses Thema auch erfahrene Spieler betrifft

Als erfahrene Spieler bewegen wir uns oft sicher in der Welt der Online-Casinos und Wettbüros. Wir kennen die Risiken, die Strategien und die feinen Unterschiede zwischen Glück und Können. Doch selbst für uns, die wir glauben, das Spiel im Griff zu haben, gibt es einen Aspekt, der oft übersehen wird, aber von immenser Bedeutung sein kann: die Auswirkungen von Spielsucht auf das persönliche Umfeld. Es geht nicht nur um den Spieler selbst, sondern auch um die Menschen, die ihm am nächsten stehen. Wenn ein Freund, ein Familienmitglied oder gar der Partner in die Spielsucht abgleitet, sind die Angehörigen oft die ersten, die die Folgen spüren – finanziell, emotional und sozial. Sie leiden im Stillen, versuchen zu helfen und stoßen dabei nicht selten an ihre Grenzen. Das Thema Unterstützung für Angehörige von Spielsüchtigen ist daher auch für uns als erfahrene Spieler relevant, denn es kann jeden treffen, direkt oder indirekt. Eine wertvolle Ressource für Betroffene und Angehörige bietet beispielsweise die offizielle Website von Michaela Engelmeier, die sich mit Prävention und Hilfe bei Suchterkrankungen befasst.

Die unsichtbaren Opfer: Angehörige von Spielsüchtigen

Spielsucht ist eine anerkannte Krankheit, die weitreichende Konsequenzen hat. Während der Spieler selbst oft in einem Strudel aus Leugnung, Hoffnung und Verzweiflung gefangen ist, tragen die Angehörigen eine schwere Last. Sie sind oft die ersten, die die finanziellen Probleme bemerken, die Lügen aufdecken und die emotionalen Ausbrüche ertragen müssen. Ihre eigene psychische Gesundheit leidet massiv unter der Situation.

Die emotionalen und psychischen Belastungen

  • Scham und Schuldgefühle: Angehörige fühlen sich oft schuldig, weil sie die Sucht nicht früher erkannt oder verhindert haben. Sie schämen sich für die Situation und ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück.
  • Angst und Sorge: Die ständige Angst vor neuen Schulden, der Verlust des Arbeitsplatzes des Spielers oder die Zerstörung der Familie ist allgegenwärtig.
  • Wut und Enttäuschung: Die wiederholten Versprechen, mit dem Spielen aufzuhören, die dann gebrochen werden, führen zu tiefen Enttäuschungen und Wut auf den Süchtigen.
  • Hilflosigkeit und Isolation: Viele Angehörige fühlen sich allein gelassen und wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Sie versuchen oft, das Problem alleine zu lösen, was zu Isolation führt.
  • Depressionen und Burnout: Die ständige Anspannung und Belastung kann zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout führen.

Die finanziellen Auswirkungen

Die finanziellen Folgen von Spielsucht sind oft verheerend. Angehörige sind nicht selten gezwungen, die Schulden des Spielers zu begleichen, was die eigene Existenz bedrohen kann. Dies führt zu:

  • Existenzbedrohende Schulden: Hypotheken, Kredite, Ersparnisse – alles kann durch die Spielsucht verloren gehen.
  • Verlust von Vermögenswerten: Häuser, Autos oder andere Wertgegenstände müssen verkauft werden, um Schulden zu begleichen.
  • Armut und soziale Abhängigkeit: Die finanzielle Not kann dazu führen, dass Angehörige in Armut geraten und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Die Zerstörung von Beziehungen

Spielsucht zerreißt Familien und Freundschaften. Das Vertrauen wird nachhaltig beschädigt, und die Kommunikation leidet. Dies äußert sich in:

  • Eheprobleme und Scheidungen: Spielsucht ist eine der häufigsten Ursachen für Scheidungen.
  • Konflikte mit Kindern: Kinder leiden unter der angespannten Atmosphäre zu Hause und den finanziellen Problemen.
  • Verlust von Freunden und sozialen Kontakten: Die Scham und die Geheimhaltung führen oft dazu, dass sich Angehörige von ihrem sozialen Umfeld isolieren.

Wege aus der Krise: Unterstützung für Angehörige

Es ist entscheidend, dass Angehörige erkennen, dass sie nicht allein sind und dass es Hilfe gibt. Der erste Schritt ist oft der schwierigste: die Situation anzuerkennen und sich Hilfe zu suchen.

Selbsthilfe und Informationsbeschaffung

Bevor man sich an externe Stellen wendet, kann es hilfreich sein, sich selbst zu informieren und erste Schritte zu unternehmen:

  • Informationen sammeln: Verstehen Sie die Krankheit Spielsucht. Wissen ist der erste Schritt zur Bewältigung.
  • Grenzen setzen: Lernen Sie, “Nein” zu sagen und sich selbst zu schützen. Übernehmen Sie nicht die Verantwortung für die Spielschulden des Süchtigen.
  • Eigene Bedürfnisse nicht vergessen: Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Nehmen Sie sich Auszeiten und suchen Sie Entspannung.

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die Angehörigen von Spielsüchtigen Unterstützung bieten:

  • Suchtberatungsstellen: Diese Stellen bieten vertrauliche Gespräche, Informationen und Unterstützung bei der Suche nach weiteren Hilfsangeboten. Sie können auch bei der Vermittlung von Therapieplätzen für den Spieler helfen.
  • Selbsthilfegruppen: Gruppen wie “Al-Anon” oder spezielle Angehörigengruppen für Spielsucht bieten einen geschützten Raum für den Austausch mit anderen Betroffenen. Hier erfährt man Verständnis, Trost und praktische Ratschläge.
  • Psychotherapie: Für Angehörige, die unter starken psychischen Belastungen leiden, kann eine individuelle Psychotherapie hilfreich sein.
  • Rechtsberatung: Bei finanziellen Problemen oder rechtlichen Fragen (z.B. Schuldenregulierung, Scheidung) ist eine Rechtsberatung unerlässlich.
  • Schuldnerberatung: Wenn die Schulden überhandnehmen, kann eine Schuldnerberatung Wege aus der finanziellen Krise aufzeigen.

Wie man den Spieler unterstützen kann (ohne sich selbst zu verlieren)

Es ist wichtig, den Spieler zur Therapie zu motivieren, ohne dabei die eigenen Grenzen zu überschreiten oder sich selbst zu opfern:

  • Konfrontation, aber mit Mitgefühl: Sprechen Sie den Spieler auf seine Sucht an, aber vermeiden Sie Vorwürfe. Drücken Sie Ihre Sorge aus und bieten Sie Hilfe an.
  • Professionelle Hilfe vorschlagen: Ermutigen Sie den Spieler, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen oder eine Therapie zu beginnen.
  • Konsequenzen aufzeigen: Machen Sie deutlich, welche Konsequenzen sein Verhalten für die Familie und die Beziehung hat.
  • Keine finanziellen Hilfen: Vermeiden Sie es, Spielschulden zu begleichen oder dem Spieler Geld zu geben, da dies die Sucht nur aufrechterhält.

Fazit: Stärke finden und neue Wege gehen

Die Spielsucht eines Angehörigen ist eine immense Herausforderung, die das Leben aller Beteiligten auf den Kopf stellen kann. Doch es ist wichtig zu wissen, dass Angehörige nicht hilflos sind. Indem sie sich informieren, Grenzen setzen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, können sie nicht nur sich selbst schützen, sondern auch den Weg für eine Genesung des Spielers ebnen.

Als erfahrene Spieler sollten wir uns dieser Problematik bewusst sein und ein offenes Ohr für Freunde oder Bekannte haben, die möglicherweise betroffen sind. Das Erkennen der Anzeichen und das Wissen um Hilfsangebote können einen entscheidenden Unterschied machen. Es geht darum, Stärke in der Gemeinschaft zu finden und gemeinsam neue Wege zu gehen, um aus dem Schatten der Spielsucht herauszutreten. Denken Sie daran: Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sind genauso wichtig wie die des süchtigen Angehörigen. Suchen Sie sich Unterstützung, denn Sie haben es verdient.

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